Untersuchung zur Schülermitwirkung

Online-Befragung zur Schülermitwirkung in Sachsen

Schülermitwirkung ist in Sachsen gesetzlich verankert. Dies soll es jungen Menschen ermöglichen, Leben und Unterricht an ihrer Schule mitzugestalten. Doch wird Mitwirkung an sächsischen Schulen tatsächlich gelebt? Und welche Bedarfe haben Schülervertretungen und Vertrauenslehrkräfte? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine groß angelegte Online-Befragung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unter sächsischen Schülervertretungen und Vertrauenslehrkräften.

Schülerräte wünschen sich mehr Fortbildungen

Was Schülermitwirkung anbelangt, herrscht sowohl bei Schülervertretungen als auch bei Vertrauenslehrkräften ein hoher Fortbildungsbedarf. Nur die Hälfte aller befragten Schülerräte gibt an, ihre Rechte und Aufgaben zu kennen. „Ich würde mich freuen, wenn wir als Schülerrat ein paar mehr Tipps vom Kultusministerium bekämen zur Frage: Was darf ein Schülersprecher und was nicht?“, verdeutlicht ein Befragter. 85 Prozent der befragten Schülervertretungen haben bisher noch an keiner Fortbildung oder einem Seminar für Schülervertretungen teilgenommen. Der Großteil würde dies jedoch gerne tun. Insbesondere bei der Organisation von Projekten und bei der Lösung von Konflikten wünschen sich Schülerräte Unterstützung.

Die Kosten der Ausbildung übernimmt das Programm Mitwirkung mit Wirkung. Die Teilnahme ist damit kostenfrei. Anfallende Fahrkosten werden ebenfalls erstattet. Die Anreiseplanung verschicken wir in der Woche vor der jeweiligen Ausbildungseinheit per E-Mail.

Vertrauenslehrkräfte üben Amt gerne aus

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass viele Vertrauenslehrkräfte das Amt gerne ausüben – trotz des zusätzlichen Aufwandes von etwa fünf Stunden im Monat. Auch Vertrauenslehrerinnen und -lehrer wünschen sich mehr Fortbildungen – insbesondere zur (kollegialen) Beratung in schwierigen Situationen, zur Gestaltung der Begleitarbeit der Schülervertretung und zum Umgang mit dem Lehrerkollegium und der Schulleitung. Schwierigkeiten haben die meisten Vertrauenslehrkräfte vor allem damit, ihre Ansprechperson bei der Schulaufsichtsbehörde zu identifizieren. Beinahe zwei Drittel der Befragten wissen nicht, an wen sie sich wenden können.

Mitbestimmung vor allem außerhalb des Unterrichts

Nahezu allen befragten Schülervertretungen ist es wichtig, bei wichtigen Fragen an ihrer Schule mitentscheiden zu können. Schulformübergreifend gibt es die größten Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeiten bei Veranstaltungen und Angeboten außerhalb des Unterrichts. Bei einigen Themen wie der Schulkonferenz oder schulischen Veranstaltungen haben die befragten Gymnasiasten mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten als die Vertretungen der Oberschulen – diese wiederum beteiligen ihre Schülerräte stärker an der Gestaltung der Hausordnung.

„Wir haben großes Mitspracherecht an der Schule. Viele Schüler kennen allerdings ihre Möglichkeiten und auch oft Rechte nicht gut. Daran wollen wir dieses Jahr stark mit dem Schülerrat arbeiten!“

Hintergrund

Die Befragung wurde im Herbst 2018 im Rahmen des Programms Mitwirkung mit Wirkung durchgeführt. Im Auftrag der DKJS befragte die internationale Beratungsfirma Ramboll über 800 Klassensprecherinnen und Klassensprecher sowie über 200 Vertrauenslehrkräfte in Sachsen.

Meldung Schulblog: https://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2019/07/12/online-umfrage-zur-schuelermitwirkung-in-sachsen/

Die Befragung kann hier heruntergeladen werden.